Selbsthilfe

Missbrauch Münster

Aktuelles


23.11.2022

Buchempfehlung:                  Steven Uhly: Die Summe des Ganzen                  

"italienische Aufarbeitung":  gegen unabhängige Missbrauchsuntersuchungen 

https://www1.wdr.de/nachrichten/spiritueller-missbrauch-manipulation-katholische-kirche-100.html

16.11.2022

Die obige Pressemitteilung des Bistums zeigt vor allem Folgendes:

Die Interventionsstelle nimmt massiven Einfluss auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Missbrauchsfällen, indem sie nach wie vor

  • diese auf ihr genehme Zeitpunkte verschiebt (nach der Veröffentlichung der Großbölting-Studie). Natürlich in Absprache mit den Betroffenen.
  • entgegen besseren Wissens Informationen nur teilweise veröffentlicht (Im April sind beide Fälle aktenkundig, werden aber erst Ende Juni bzw. Mitte Oktober getrennt bekanntgegeben).
  • auch kirchenintern Informationen zurückhält, indem sie andere Pfarreien, in denen die Täter eingesetzt waren, erst unmittelbar vor der Veröffentlichung  informiert.


15.11.2022

Heute berichtet der WDR in der Lokalzeit Münsterland über einen besonderen Fall von spirituellem Missbrauch.

Auch online lässt der WDR die Betroffene zu Wort kommen.

Am Folgetag veröffentlicht  Kirche und Leben online einen Artikel, der sich auf diese WDR-Beiträge bezieht.



11.11.2022

Ankündigung:

Am 17.11.2022 gibt es in Münster eine Veranstaltung zum Thema Missbrauch und Aufarbeitung. Details gibt es im auf dem nachfolgenden Plakat:

Die Veranstaltung kann nachträglich angeschaut werden: https://youtu.be/hIl9N55aTC8


07.11.2022

In Bocholt-Barlo hat Herr Kertelge über den Fall Theo Wehren referiert. Das Bocholter Borkener Volksblatt berichtet über den Abend so: Aufarbeitung Barlo


01.11.2022

Ex-Erzbischof Zollitsch hat in einer verstörenden Videobotschaft Anfang Oktober "gravierende Fehler" in seiner aktiven Laufbahn zugegeben. In einem lesenswerten Offenen Brief hat nun der Betroffenenbeirat des Erzbistums Freiburg nun dazu Stellung bezogen.

Wie schon bei der Diskussion über die Straßenumbenennung im Bistum Münster fällt auf, dass die für Betroffene folgenschweren Entscheidungen von Kirchenoberen als Fehler verharmlost werden. Verantwortungsträger tun sich offensichtlich schwer, eigene Schuld öffentlich zu bekennen. Kann man von Funktionsträgern in führenden Positionen nicht erwarten, für das, was sie getan bzw. unterlassen haben, auch einzustehen und Konsequenzen für sich daraus abzuleiten?


30.10.2022

Das Bocholter Borkener Volksblatt schreibt zu der Autorenlesung:

 


28.10.2022

Heute hat Martin Schmitz sein Buch in Rhede vorgestellt. Die Borkener Zeitung fasst den Abend folgendermaßen zusammen:


20.10.2022

Auf einem Diskussionsabend  in Vreden-Lünten, dem Geburtsort von Heinrich Tenhumberg ging es um die Umbenenuung der Heinrich-Tenhumberg-Straße. Es wurden unterschiedliche Sichtweisen dargestellt, die schließlich Grundlage für die politische Entscheidung in der kommenden Woche sein werden.

Unsere Position dazu ist:

  • Wird eine Straße nach einer Person benannt, wird diese Person durch diese Auszeichnung geehrt, symbolisch erhöht. Sie erhält im gesellschaftlichen Leben eine besondere Bedeutung mit Vorbildcharakter.
  • Stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass diese Person beachtliche Schuld auf sich geladen hat, hätte man mit diesem Wissen die Ehrung vermutlich unterlassen. Dann sollte diese Ehrung auch zurückgenommen werden. Es geht dabei also nicht um die Verurteilung einer Gesamtpersönlichkeit,  sondern um die Rücknahme einer nicht angemessenen symbolischen Erhöhung.
  • Der nachgewiesene sexuelle Missbrauch ist ein hinreichender Grund, diese Ehrung zurückzunehmen. Dies muss ebenso für Personen gelten, die in verantwortlichen Positionen  schuldhaft gehandelt haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie durch den Einsatz von Tätern ganz bewusst in Kauf genommen haben, dass es weitere Opfer geben könnte.

Vergleichbares gilt für die Grablegung:

  • Das Grab einzuebnen, um dadurch die Existenz bzw. die Erinnerung an die Person vollständig
  •  auszulöschen, kann keine angemessene Reaktion sein. Vielfach würde man auch Betroffenen dadurch den Ort nehmen, an dem sie ihre Trauer, ihre Wut und sonstige Emotionen symbolisch ablegen und verarbeiten können.
  • Handelt es sich aber um ein Ehrengrab, das insbesondere der Überhöhung dieser Person dient, ist zu bedenken, mit welchen Maßnahmen man diese Ehrung relativieren kann. Zusatzinformationen können ebenso dazu dienen wie die eine angemessene Umgestaltung des Grabes.



06.10.2022

Ankündigung:

Martin Schmitz liest am 28.10.2022 in Rhede aus seinem Buch:



Es wird Ende des Monats erscheinen.

Details zur Veranstaltung stehen im folgenden Artikel der Borkener Zeitung:


10.09.2022

Zur Veranstaltung mit Professor Großbölting in Bocholt sollen drei Presseberichte zitiert werden:

1. Der Bericht der Bischöflichen Pressestelle

2. Der Bericht in MadeinBocholt

3. Der Bericht des Bocholt-Borkener Volksblatts:


01.09.2022
Am Donnerstag, den 08. September 2022, stellt Studienleiter Thomas Großbölting am St.-Josefs-Gymnasium in Bocholt  um 19.00 Uhr die Ergebnisse der Missbrauchsstudie vor.

Die Adresse lautet:  Hemdener Weg 19, 46399 Bocholt

Details zur Veranstaltung finden Sie hier. Zusätzliche Hintergrundinformationen liefert das Interview mit Pfarrer Thorsten Schmölzing in Kirche und Leben.


Am Dienstag, den 13. September 2022, stellt Herr Großbölting die Studie in der Landvolkshochschule in Warendorf-Freckenhorst vor.
Die Veranstaltung des Kreisdekanats Warendorf beginnt um 19.30 Uhr.
Die Adresse lautet: Am Hagen 1, 48231 Warendorf


17.08.2022

Der Bayrische Rundfunk berichtet von deutlich unterschiedlichen Anerkennungszahlungen bei vergleichbarer Leidensgeschichte. https://www.br.de/nachrichten/bayern/katholische-kirche-missbrauchsopfer-monieren-ungleichbehandlung,TEeXK9p

Die UKA rechtfertigt sich für die Ungleichbehandlung mit der unterschiedlichen Darstellung in der Antragsstellung.

Das ist als Begründung nicht hinnehmbar. Denn die UKA hat bis heute die Kriterien für die Formulierung und  Bewertung eines Antrags nicht offengelegt. Es ist also reiner Zufall, ob man den Antrag so gestellt hat, wie ihn die UKA für eine angemessene Bewertung benötigt. Auch die Interventionsstelle in Münster hat sich zu keinem Zeitpunkt für eine solche Offenlegung durch die UKA eingesetzt.

Stattdessen hat das Bistum Münster den Betroffenen ein "vereinfachtes Verfahren" angeboten, bevor die UKA überhaupt gegründet war. Zu dem Zeitpunkt kannte auch die Interventionsstelle die Bewertungskritrien für die Anerkennungszahlungen noch nicht.


16.08.2022

Der vom Bischof wegen übergriffigen Verhaltens beurlaubte Priester aus Lingern war auch lange Jahre in Raesfeld als Pfarrer tätig. Den Bericht in Kirche und Leben zu diesem Fall gibt es unter:

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/bischof-genn-beurlaubt-priester-wegen-grenzueberschreitenden-verhaltens


24.07.2022

Nach Informationen der gedruckten Ausgabe der Westfälischen Nachrichten (Münster) vom 23.07. 2022 gibt es im Anschluss an die Großbölting-Studie der Universität Münster bisher etwa 40 weitere Meldungen beim Bistum.

Detailiertere Informationen: Fehlanzeige!

Naheliegende Fragen sind:

  • Gibt es Erkenntnissse, die über die bisher bekannten Täter / Taten hinausweisen?
  • Beziehen sich diese Informationen auf bereits bekannte Täter oder eventuell andere Einsatzorte der bekannten Täter bzw. Beschuldigten?
  • Gibt es neue Opfer, die die Übergriffe bisher beim Bistum noch nicht angezeigt haben? Oder sind es lediglich Zusatzinformationen zu "Altfällen"?
  • Auf welche Zeiträume beziehen sich diese Meldungen?
  • Sind unter den Meldungen auch schwerwiegende Anschuldigungen?

Darüber erfährt man nichts. Warum eigentlich nicht?

Fallen all diese Informationen aus der Sicht des Bistums unter das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen / Beschuldigten?


15.07.2022

Die aktuelle Statistik der bisher geleisteten Anerkennungszahlungen im Bistum Münster findet man unter Punkt 5 der Rubrik Anerkennungszahlungen.


14.07.2022

Die Auswirkungen der Studie wird von den Wissenschaftlern und dem Bistum offensichtlich unterschiedlich gesehen:

Anmerkung:

Die Studie hat insbesondere die systemischen Verstrickungen der Kirche "als Täterorganisation" herausgestellt. Eine Kirche, die vor allem daran interessiert war, die eigene Institution auf Kosten der Betroffenen zu schützen.

Als Betroffene stellen wir mit großem Erstaunen fest, dass nicht der Bischof, auch nicht die Weihbischöfe die Studie vorstellen, sondern der "weisungsungebundene" Vertreter des Bistums.

Die Ergebnisse dieser Studie sind ganz offensichtlich nicht "Chefsache", auch nicht Sache der Weihbischöfe. Erst recht aber sind sie keine Angelegenheit, in die man Betroffene mit einbeziehen müsste.

Wie hat Bischof Genn am 17.06.2022 so treffend formuliert:

"Nach meiner Ansicht haben die Betroffenen neben dem Anspruch auf eine unabhängige Aufarbeitung vor allem einen Anspruch auf ein verändertes Verhalten kirchlicher Verantwortungsträger."



29.06.2022

Die  Ruhrnachrichten und die Pfarrei St. Sixtus in Haltern am See berichten über eine Podiumsdiskussion, die am vergangenen Freitag in der Marienkirche unter dem Titel "Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter" stattgefunden hat.

Auf dem Podium waren Pfarrer Ostholthoff  als zuständiger Pfarrer, Frau Dr. Christane Florin als Journalistin, Herr Peter Frings als Vertreter des Bistums und Antonius Kock als Vertreter der Missbrauchsbetroffenen.

Thema war die aktuelle Missbrauchsstudie, die notwendigen Konsequenzen daraus und die Perspektiven für die künftige Gemeindearbeit vor Ort als Folge dieser Studie.

Die Video-Aufzeichnung der Veranstaltung gibt es hier.

Der tatsächliche Anspruch und die selbst zugeschriebene Bedeutung der Interventionsstelle im Bistum lässt sich ermessen, wenn man die Konzeption dieser Bstumsabteilung studiert:

https://www.bistum-muenster.de/fileadmin/user_upload/Website/Downloads/Rat-Hilfe/Ansprechpartner-sex-Missbrauch/2021-12-13-Konzeption-Wirkungsziele-Intervention-Stand-Dezember-2021.pdf


20.06.2022

Im Interview mit dem Deutschlandfunk berichtet Pfarrer Thorsten Schmölzing über die Aufarbeitung des Missbrauchs in Rhede:

Missbrauch im Bistum Münster - Warum hat niemand etwas gesagt? (deutschlandfunkkultur.de)



18.06.2022


Die Pressekonferenz des Bischofs ist kaum vorüber, schon zeigt Pro7 einen weiteren mysteriösen Fall (Pfarrer P.). Dieser Priester wird aufgrund von Missbrauchstaten exkommuniziert. Später wird die  Exkommunikation wieder aufgehoben. Auch das Bistum Münster ist involviert, wie der Film zeigt



16.06.2022


Ein aktuelles Interview von heute mit Professor Großbölting zum Thema "Kirche und Missbrauch" finden sie hier.


14.06.2022


Gestern wurde die Studie des Historikers Professor Großbölting zum Missbrauch im Bistum Münster vorgestellt.
Martin Schmitz hat als Sprecher des Betroffenenbeirats der Studie folgendes gesagt:


Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal möchte ich mich hier in meinem kleinen Redebeitrag bedanken. Bedanken bei Bischof Felix Genn, der diese Studie durch seinen Auftrag ermöglicht hat. Durch den freien Zugang der Wissenschaftler zu den Archiven und sicherlich auch durch die finanziellen Mittel.
Ich möchte mich bedanken bei den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um Professor Großbölting, die mit viel Mühe und akribischer Arbeit untersucht, aufgedeckt und dokumentiert haben und somit eine dunkle Ecke des Bistums ausleuchten.
Ich möchte mich bedanken bei den Kolleginnen und Kollegen des Beirats für Ihre Unterstützung und nicht zuletzt bei den zahlreichen Betroffenen, die mit ihren Geschichten einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es sein kann über das Erlebte zu sprechen, daher gebührt ihnen ein besonderer Respekt und Dank.
Mit der Veröffentlichung der Studie liegen nun die Ergebnisse von zweieinhalb Jahren Arbeit vor, die einen tiefen Einblick in die Abgründe des Bistums geben. Strukturen werden deutlich, die es begünstigt – ja oft erst ermöglichst haben – dass Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch durch Kleriker wurden und immer noch werden. Strukturen, die um das Wohl der Täter und der Täterorganisation, nicht aber um das Wohl unschuldiger Kinder bemüht waren. Das ist jetzt nicht mehr zu leugnen. Die Fallstudien schauen auf Täter und Vertuscher. Namen werden genannt und Verantwortung wird klar zugewiesen. Das Reden über Verfehlungen hat ein Ende, jetzt sind es Verbrechen und diese werden auch so benannt.
Als Betroffener muss ich mich nicht mehr dafür rechtfertigen, dass ich anklage. Die Anklage erhebt jetzt eine wissenschaftliche Studie. Das nimmt Druck und trägt hoffentlich ein Wenig zur Heilung tiefer Verletzungen bei. Sicherlich findet nicht jeder Betroffene seinen Fall und seinen Täter hier wieder. Das kann und wollte die Studie aber auch nicht leisten. Dennoch hat das Relativieren und Kleinreden des Missbrauchs auch in nicht genannten Fällen ein Ende. Für Betroffene ist das ein großer Schritt.
Der Blick zurück auf Täter, Vertuscher und all die Mitwisser, die nichts gesagt haben, muss aber zwingend Grundlage für den Blick nach vorn sein. Die Studie leistet Aufklärung, die für eine Aufarbeitung unerlässlich ist. Ohne eine ernste Aufarbeitung bleibt aber jede Prävention an der Oberfläche. Ohne Aufarbeitung laufen Kinder immer weiter Gefahr Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester zu werden.
Theodor Adorno hat einmal gesagt: „Aufgearbeitet wäre die Vergangenheit erst dann, wenn die Ursachen des Vergangen beseitigt wären.“
Nehmen wir das zur Grundlage, so wird deutlich, wie weit der Weg noch ist, der vor uns liegt. Es drängt sich aber auch die Frage auf, ob Kirche das überhaupt leisten kann. Verhindern nicht gerade die Strukturen und der Machtanspruch der Kirche eine solche Aufarbeitung?
Mehr als 12 Jahre Missbrauchsskandal in Deutschland zeigen sehr deutlich, dass die Kirche mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in den eigenen Reihen überfordert ist.
Wäre nicht jetzt ein Zeitpunkt erreicht an dem die Kirche auf Machtanspruch und Deutungshoheit verzichten und sich für staatliches Eingreifen stark machen sollte? Wäre eine staatliche Wahrheitskommission nicht ein Weg aus dem Strukturdilemma heraus? Vielleicht würde die Kirche auch dann ein wenig an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.
Herr Bischof denken Sie doch bitte einmal in diese Richtung weiter.
Danke für’s Zuhören.


Der Kurzbericht zur Veranstaltung:


Einen distanzierten Kommentar mit wohlwollendem Blick auf die Studie, aber kritischer Sicht auf die Aufarbeitungsbereitschaft von Kirche und Staat wagt Christane Florin vom Deutschlandfunk.


Ein ausführlicher Bericht zur Studie steht in der Münsterschen Zeitung.



13.06.2022

Die von der Universität veröffentlichte Studie "Macht und Missbrauch in der katholischen Kirche" finden Sie hier.

 


06.06.2022

Am 13. Juni wird die Missbrauchsstudie der Universität (Professor Großbölting und Mitarbeiter) der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der offiziellen Pressekonferenz der Universität sind ausschließlich Pressevertreter geladen. Nachmittags wird das Gutachten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ab dem Nachmittag soll die Studie auch im Internet abrufbar sein.


Details zur Veröffentlichung findet man unter: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/missbrauch-im-bistum-muenster-was-die-uni-gutachter-vorhaben



24.02.2022

Am 18.02.22 gab es eine offizielle Pressekonferenz zum Tätigkeitsbereicht der UKA. Betroffene waren zu dieser Pressekonferenz nicht eingeladen.

Einen Bericht zur Pressekonferenz findet man auf katholisch.de unter dem Link:

https://www.katholisch.de/artikel/33194-bisher-12-millionen-euro-anerkennungsleistungen-fuer-missbrauchsopfer

Aus der Sicht von Betroffenen hat Hermann Schell von MissBit e.V. den Tätigkeitsbericht kommentiert:

 

02.02.2022

Heute habe ich einen Brief des Bischofs erhalten, der mir bestätigt, dass ich als Sprecher der Selbsthilfe Münster vom unabhängigen Treffen der Missbrauchsopfer am kommenden Wochenende ausgeschlossen bin. Bischof Genn stimmt mir zu, dass das Bistum gar nicht berechtigt ist, mich auszuschließen. Er führt diesen Ausschluss auf eine Entscheidung der Vorbereitungsgruppe zurück, die vollkommen unabhängig vom Bistum darüber entschieden hätte, die Teilnehmer auf Opfer von Klerikern und Angestellten des Bistums zu beschränken. Merkwürdig ist diese Argumentation aus zwei Gründen:

1. Zu dieser Vorbereitungsgruppe gehörten bis zu dieser angeblichen "Entscheidung" auch die Vertreter des Interventionsstabes des Bistums. Sie wäre also nicht unabhängig vom Bistum gewesen.

2. Eine Entscheidung bzw. einen Beschluss dieser Gruppe hat es nie gegeben. Es gab lediglich eine mehr oder weniger stillschweigende Zustimmung für eine Vorgabe des Interventionsbeauftragten, die  "mit dem Bistum abgestimmt" war.

Merkwürdig ist zudem, dass dieses Abgrenzungskriterium rein täterorientiert ist. Es orientiert sich jedenfalls nicht  an den Interessen und der aktuellen Lebenssituation der Betroffenen.

Sei´s drum. Ich wünsche den Teilnehmern des Treffens einen möglichst stressfreien Austausch, die nötige Energie und "Traute", sich lokal zu vernetzen und im gemeinsamen Gespräch Kraft zu tanken für eine selbstwusste, gemeinsame Bewältigung  und Aufarbeitung der Vergangenheit.

Antonius Kock


20.01.2022

Die Bekanntgabe des Gutachtens in München schlägt hohe Wellen. Es ist müßig, das vielfältige Medienecho hier aufzugreifen, weil es hinreichend viele Darstellungen und Analysen dazu im Internet gibt.

Stellvertretend für alle sei hier auf den Kommentar von Frau Florin vom Deutschlandfunk verwiesen, weil er in einem wenige Minuten dauernden Beitrag die zentralen Punkte dieser Pressekonferenz und des Gutachtens zusammenfasst:

https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-sexualisierte-gewalt-katholische-kirche-papst-benedikt-kardinal-marx-100.html

In einem Interview mit Frau Florin nehmen Frau Wich (Betroffene) und Herr Löbbert (Journalist der Wochenzeitschrift DIE ZEIT) Stellung zum Gutachten:

https://www.deutschlandfunk.de/muenchner-missbrauchsgutachten-und-jetzt-agnes-wich-und-raoul-loebbert-dlf-5af1fb09-100.html



18.01.2022

In dieser Woche wurden in Köln wurden Dr. Assenmacher und Erzbischof Heße am Kölner Landgericht zum Fall H. vernommen. Dies war für das Aktionsbündnis von Betroffenen Anlass genug, vor dem Landgericht Präsenz zu zeigen:



Außer den Vertretern verschiedener Betroffeneninitiativen demonstrierte auch eine weitere Person als  "Dunkelziffer", um auf die zahlreichen Missbrauchsopfer hinzuweisen, die nicht in den offiziellen Akten erfasst sind:


Unser Fazit der Veranstaltung:

Dr. Assenmacher bekennt, nicht für den Fall verantwortlich zu sein, weil er als Kirchenrechtler lediglich in beratender Funktion beteiligt gewesen sei.

Kardinal Heße bekennt, nicht für den Fall verantwortlich zu sein, weil er sich auf den Kirchenjuristen verlassen und lediglich dessen Vorschläge konsequent umgesetzt habe.

Es ist die übliche Übernahme von Verantwortung nach dem St. Florian-Prinzip, die wir Betroffenen seit Jahren kennen und die auf unserem Rücken augetragen wird:

Die Kirchenleitung insgesamt hat versagt, sonst hätte es diesen schweren Fall von Missbrauch nicht geben können. Persönlich haben sich die Kirchenoberen aber angeblich nichts zuschulden kommen lassen, woraus sie Konsequenzen für sich und ihre Funktion im Bistum ableiten müssten.


01.12.2021


  • "Fachleute ziehen bittere Bilanz". Unter diesem Stichwort blickt die Tagesschau auf die letzten 10 Jahre zurück. Heute genau vor 10 Jahren hatten Expertinnen und Experten Maßnahmen angekündigt, um Kinder besser vor Missbrauch zu schützen.  https://www.tagesschau.de/thema/sexueller_missbrauch/

24.11.2021

Das Schreiben des Betroffenenbeirats an die Deutsche Bischofskonferenz mit Kritikpunkten an dem zweiten Verfahren, insbesondere an dem Vorgehen und den Entscheidungen der UKA, bleibt weitgehend unberücksichtigt. Das Verfahren soll zwar etwas beschleunigt werden, an der Höhe der "Anerkennungszahlungen" wird sich aber grundsätzlich nichts ändern. Betroffene haben aber einmalig das Recht, gegen den Bescheid Einspruch zu erheben. Nach wie vor bekommt man aber nur einen Bescheid über die Höhe des Betrages. Eine Begründung für diese Entscheidung gibt es aber nach wie vor nicht, ebensowenig ein Anhörungsrecht.

Besonders bemerkenswert: Betroffene können einmalig (!) Einspruch einlegen gegen einen Bescheid, ohne überhaupt Grundlagen für diesen Einspruch von der Entscheidungskommission zu erhalten.  

https://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauch-katholische-kirche-annerkungszahlungen-1.5471729



22.11.2021

Am Donnerstag gab es in Köln einen bemerkenswerten „Bußgottesdienst“. Die wegen ihrer Fehler im Amt zurzeit „beurlaubten“ Bistumsverantwortlichen entzogen sich dieser Veranstaltung. Persönlich eingeladen waren aber insbesondere Betroffene des Erzbistums. Das führte zumindest bei einem Teil der angeschriebenen Missbrauchsopfer zu deutlichen Irritationen. Stellvertretend für diese Gruppe steht der folgende Beitrag von Karl Haucke, Mitglied des Betroffenenrates beim UBSKM und ehemaliges Mitglied des Betroffenenbeirats im Erzbistum Köln:


https://soundcloud.com/user-531687093-381405717/karl-haucke-spricht-statement-zum-busgottesdienst-im-kolner-dom/s-AegsYrF5oiV

 

 


06.11.2021

Der Journalist Michael Hollenbach liefert in einem hörenswerten Beitrag auf Deutschlandradio einen Einblick in die aktuelle Diskussion um die "Anerkennung des Leids" aus der Sicht der Kirche und Betroffenen. (Achtung: Triggergefahr bereits beim Hören!) Quelle: srv.deutschlandradio

20.10.2021

Inzwischen steht der Termin für das erste "unabhängige" Treffen von Missbrauchsopfern im Bistum Münster fest. Es ist Samstag, der 05.02.2022.

Da der Sprecher der Selbsthilfegruppe Münster vorab vom Treffen ausgeschlossen wurde, wird die Einladung hier nicht weiter erläutert. Interessenten, die bisher kein Einladungsschreiben erhalten haben,  können sich direkt an das Bistum bzw. die verbliebene Ansprechpartnerin wenden.